Gemeinsame Pressemitteilung des Sozialministeriums Baden-Württemberg, des DGB-Landesbezirks Baden-Württemberg und der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, 11. November 1997
Sozialministerium und DGB fordern soziale Innovationen in der Informationsgesellschaft
Integrieren statt ausgrenzen
Die Landesregierung und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wollen zusammen mit weiteren gesellschaftlichen Gruppen dafür sorgen, daß die sozialen Auswirkungen moderner Kommunikationstechniken stärker berücksichtigt werden. Die Dringlichkeit dieser Aufgabe betonten sowohl Landessozialminister Dr. Erwin Vetter als auch der Landesvorsitzende des DGB, Siegfried Pommerenke, heute bei einer Veranstaltung über "Soziale Innovationen in der Informationsgesellschaft" in Stuttgart. "Beim Aufbau der Informationsgesellschaft dürfen benachteiligte und behinderte Menschen nicht übersehen werden", stellte Minister Vetter den Aspekt der Solidarität mit Benachteiligten in den Vordergrund.
DGB-Landeschef Pommerenke nahm vor allem den Aspekt des Arbeitsmarktes ins Visier: "Die Chancen auf Zugang zur Technik und auf Erwerb der Nutzungsfähigkeiten werden über den Zugang zum Arbeitsmarkt entscheiden."
Bei der Veranstaltung wurde deutlich, daß moderne Medien und Techniken - richtig angewendet - selbst einen Beitrag zum Abbau von Zugangshemmnissen leisten können. Beispiele aus der Praxis zeigten, was mit Multimedia-Anwendungen in Baden-Württemberg heute schon möglich ist: Mit Hilfe von Multimedia können Gehörlose die Gebärdensprache leichter lernen. Lernschwache Jugendliche erhalten mit besonderer pädagogischer Trainingssoftware die Chance, sich besser zu behaupten.
Für eine soziale Gestaltung der neuen Multimedia-Arbeitswelten und die konsequente Unterstützung von Integrationsmaßnahmen durch neue Technikanwendungen setzt sich ein "Initiativkreis Soziale Innovationen in der Informationsgesellschaft" ein, in dem sich bereits mehr als dreißig soziale Einrichtungen und Selbsthilfevereinigungen zusammengeschlossen haben. Er will in den nächsten Monaten konkrete Projekte anstoßen, um benachteiligten Gruppen wie Langzeitarbeitslosen, Alleinerziehenden, Behinderten und Migranten bessere Chancen im Erwerbsleben zu verschaffen. Dies geschieht im Rahmen einer Arbeitsgruppe des Innovationsforums Multimedia-Anwendungen, einer Ende Oktober gestarteten Initiative der Landesregierung. Das Innovationsforum bietet in insgesamt 16 Arbeitsgruppen eine Plattform für die Entwicklung wirtschaftlich erfolgreicher und gesellschaftlich nützlicher Einsatzformen von Multimedia.
Die Veranstaltung "Soziale Innovationen in der Informationsgesellschaft" im Stuttgarter DGB-Haus wurde vom baden-württembergischen Sozialministerium, der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, der Evangelischen Akademie Bad Boll und dem Forum Soziale Technikgestaltung beim DGB gemeinsam getragen.
 Stand 16.02.1999 |