Idee Ressourcen-Netzwerk Soziales
Bürgerservice - Fachinformation - Erfahrungsaustausch - Fortbildung
Qualifizierungshilfe im Umgang mit neuen Medien
Hilfe zur Selbsthilfe Förderung der Qualifizierung von Beschäftigten in sozialen Einrichtungen bei der verbesserten Anwendung von Online-Bausteinen
Ein gemeinsames Vorhaben von risa e.V. - 'Regionale Informationsbörse Sozialer Arbeit im Internet', FHEsslingen Hochschule für Sozialwesen, Caritasverband für Stuttgart e.V., Evangelische Akademie Bad Boll, Ulmer Volkshochschule, TELEBUS Teledienst-Bürger/innen-und-Universal-Service Raum Ulm.
Die Idee
Mit dem Ressourcennetzwerk Soziales wird ein umfassendes Internet-Angebot für den gesamten Sozialbereich in Baden Württemberg angestrebt, das eine Übersicht über alle denkbaren Ressourcen bietet, die in diesem Sektor vorhanden sind bzw. Verwendung finden können.
Das Netzwerk soll für Fachkräfte und für Bürger gleichermaßen von Nutzen sein. Es soll nicht nur die aktuelle Fachdiskussion im Bereich Sozialer Arbeit wiedergeben, sondern auch allgemeine Grundinformationen bieten (wie z.B. Adressen von Beratungsstellen oder einführende Informationen zu Anspruchsvoraussetzungen für verschiedene Sozialleistungen).
Außerdem soll das Netzwerk eine Übersicht zu Fortbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten enthalten, eigene Fortbildungen anbieten sowie brauchbare Hilfsmittel für den Sozialbereich auflisten.
Zusätzlich sollen - insbesondere in der Aufbauphase - auch Hilfestellungen zum Einsatz und Umgang mit Neuen Medien im Sozialheitsbereich angeboten werden.
Besonderheit des Konzepts ist die dezentrale Erfassung der Inhalte durch ein Netzwerk regionaler Informationsbörsen, die für die Aufbereitung der Informationen vor Ort verantwortlich sind. So können regionale Bedürfnisse und die jeweils vorhandene Ressourcen besonders berücksichtigen werden.
Die Suche nach brauchbaren Hilfsmitteln und nach Partnern, die an ähnlichen Problemen arbeiten, erfolgt möglichst im eigenen 'Regionalen Netzwerk'. Hier ist eine Kooperation und Unterstützung meist einfacher und sinnvoller zu verwirklichen als überregional. Nur wenn eine Problemstellung nicht im eigenen regionalen Kontext gelöst werden kann, muß die Recherche auf die weitere Umgebung ausgedehnt werden. (Konzept 'Vernetzter Waben')
Die Zentralstelle des Ressourcen-Netzwerks ist neben der Aufbauhilfe vorrangig für die Koordination und die Erstellung/Pflege von Leitseiten (Übersicht) sowie evtl. für die Bearbeitung übergreifender Themen verantwortlich.
Die Dezentralisierung ermöglicht die parallele Bearbeitung zahlreicher grundsätzlicher fachlicher Fragestellungen aus dem Sozialbereich. Diese Bearbeitung erfolgt arbeitsteilig, jeweils ein regionales Netzwerk übernimmt die Moderation. Eine zentrale Webseite (s.o.) informiert, welche Themen aktuell bearbeitet werden und setzt dorthin Verknüpfungspunkte.
Die Vernetzung gewährleistet eine fundierte überregionale Diskussion, da von jedem Ort auf alle regionalen Foren zugegriffen werden kann. Es kann erwartet werden daß die Qualität solcher Fachforen wesentlich höher liegt als bei 'allgemeinen' Diskussionsforen oder mailinglisten für den gesamten Sozialbereich'. Themen können eingegrenzt werden, bei den TeilnehmerInnen kann ein fundiertes Interesse vorausgesetzt werden. (gemeinsames 'überregionales' Nachdenken - Umsetzung in lokalen Handlungskonzepten vor Ort)
Die Inhalte
Die Soziale Infrastruktur in der Region
(Regionales Verzeichnis Sozialer Dienste) Adressdaten und Kurzbeschreibungen zu sozialen Einrichtungen jeder Art. Diese Informationen werden jeweils in einer regionalen Datenbank erfaßt und sind nach verschiedenen Kriterien abrufbar, die auch verknüpft werden können (z. B. Suche nach Angeboten im eigenen Stadtteil [geographische Suche]; Suche nach Angeboten, die das Thema Sucht bearbeiten [themenspezifische Suche]); Suche nach einer Selbsthilfegruppe [angebotsspezifische Suche]; Suche nach Angeboten, die sich speziell an Frauen richten [zielgruppenspezifische Suche]
Grundinformationen für BürgerInnen und Fachkräfte
Hier sollen überregional gültige Basisinformationen z.B. zu Sozialen Leistungen gegeben werden. Wenn möglich soll der direkte Verweis auf die jeweils zuständige Stelle vor Ort erfolgen. (z.B. Thema Wohngeld: Grundinformationen über allgemeine Anspruchsvoraussetzungen, auf Wunsch anschließender Verweis auf die lokal zuständige Stelle nach Eingabe des Wohnortes)
Hintergrundmaterialien und Fachforen zu spezifischen Fragestellungen
Verweis auf Fundstellen oder eigene Dokumentation von Fachpublikationen, aktuellen Diplomarbeiten, Projektvorstellungen oder anderen Hintergrundmaterialien sowie zugehörige Fachdiskussionen 'online' zu verschiedenen Themenstellungen im Sozialbereich (z.B.. Kindesmißbrauch, Pflegeversicherung, Jugendarbeitslosigkeit, Überwindung von Zugangsbarrieren zu Neuen Medien, ...)
Nichtöffentliche Fachforen für unterschiedliche Nutzergruppen
Vorstellbar ist die bedarfsweise Einrichtung 'paßwortgeschützter geschlossener Foren' für bestimmte Nutzergruppen. In diesen nicht öffentlich zugänglichen Foren könnten unterschiedliche Gremien oder Arbeitsgruppen regional oder auf Landesebene eine neue/zusätzliche Art der Zusammenarbeit erproben. So könnten sie z.B. Vorlagen für kommende Sitzungen austauschen oder gemeinsam benötigtes Datenmaterial für alle zugänglich ablegen.
Informationsmaterialen und Qualifizierungshilfen zum Umgang mit Neuen Medien
Qualifizierungsangebote zur Förderung der Medienkompetenz in unterschiedlicher Ausgestaltung sowie Hinweise auf weiterführende Informationsquellen in diesem Bereich (z.B. Möglichkeit zum Abruf von computergestützten Lernprogrammen (CBT) für bestimmte Anwendungen oder Teilnahme an einem Fortbildungsangebot, welches mit der Methode des 'telelearning' experimentiert).
Weitere Informationsbausteine
Vorstellbar ist der Aufbau von Stellenbörsen für den Sozialbereich (Fachkräfte, PraktikantInnen, ZdL, ...) sowie von Terminübersichten (Fortbildungen, öffentliche Veranstaltungen, Tagungen, ...) sowie ein Fundstellenverzeichnis für Gesetzestexte, ... Die Anforderungen der Praxis werden vermutlich in manchen Bereichen über die aktuellen Gedanken hinausgehen oder von diesen abweichen. Das Netzwerk lebt von diesen neuen Ideen und muß in der Lage sein darauf schnell und flexibel zu reagieren.
Ein Großteil der hier wiedergegebenen Inhalte für das Ressourcen-Netzwerk wurde im Rahmen des Projekts risa - Regionale Informationsbörse im Internet entwickelt, dessen modellhafte Umsetzung zunächst in der Region Stuttgart angestrebt wird.
Das Ressourcen-Netzwerk im Kontext von SII und PIAZZA
Die Zusammenarbeit bei SII hat gezeigt, daß verschiedene Akteure ähnliche Informationen benötigen und daß verschiedene Projektansätze bisher unabhängig voneinander entwickelt wurden. Darüber hinaus wurde 'Qualifizierung' immer wieder als ein Schlüsselbegriff beim Abbau von Zugangshemmnissen thematisiert.
An verschiedenen Stellen des PIAZZA-Konzepts wird daher auf die Notwendigkeit der Qualifizierung von Fachkräften verwiesen. Es geht dabei sowohl um die eigene Medienkompetenz der Fachkräfte - und damit um den Abbau eigener Zugangsbarrieren - als auch um die Entwicklung und Diskussion (pädagogischer) Konzepte zum Abbau von Zugangsbarrieren bei der jeweiligen Klientel. Darüber hinaus wird Bedarf an fundierten Informationsbeständen festgestellt, auf die Fachkräfte im Alltag schnell und unkompliziert zurückgreifen können.
Das Ressourcen-Netzwerk kann in allen genannten Bereichen hilfreich sein:
- Durch eigene Qualifizierungsmodule sowie durch Verweise auf andere Qualifizierungsmöglichkeiten und durch die Sammlung weiterführender Informationsmaterialien zum Thema trägt das Ressourcen-Netzwerk zur Steigerung der Medienkompetenz bei Fachkräften bei.
- In Fachforen kann die Diskussion über (pädagogische) Konzepte Sozialer Arbeit voran gebracht werden.
- Im Rahmen des Verzeichnisses Sozialer Dienste sowie in anderen Teilbereichen des Angebots liefert das Netzwerk Informationen zum Hilfesystem sowie zu vorhandenen Ressourcen und Konzepten. Dabei verhilft der Einsatz Neuer Medien zu größeren Aktualität der Informationen (z.B. im Vergleich zu gedruckten Wegweisern) sowie zu neuen Möglichkeiten der fachlichen Diskussion.
- Der Einsatz dieses Netzwerks in der alltäglichen Arbeit steigert zudem die eigene Sicherheit der Fachkräfte im Umgang mit neuen Medien.
Das Ressourcen-Netzwerk muß selbst so gestaltet werden, daß es möglichst wenig eigene Zugangsbarrieren aufbaut. Die Gestaltung der Navigation erhält dabei besondere Bedeutung. Die Rückmeldungen der 'Netzwerk-Nutzer' bezüglich ihrer Erfahrungen mit dieser Navigation sollen zur dauernden Weiterentwicklung beitragen und können auch für andere Projekte hilfreich sein.
Schnittpunkte zu den anderen Projektideen im SII-Verbuund:
- Der Erfahrungsaustausch der Job-net Gruppen sowie der Cafe-Piazza Akteure könnte jeweils in einem fachlichen Forum vorangetrieben werden (s.u. 'Aspekt Fachinformation und Erfahrungsaustausch')
- Die Qualifizierungshilfen, die gesammelt werden können in beiden anderen Projekten direkt eingesetzt werden (s.u. 'Aspekte Fortbildung und Medienkompetenz')
Die Pilotphase
Koordination für das Ressourcen-Netzwerk
- Aufbau der zentralen Plattform im Internet. Erstellung einer homepage sowie von zentralen Leitseiten mit Verknüpfungen zu den exemplarischen 'Waben-Bausteinen', die in der Pilotphase entwickelt werden (s.u.) Präsentation des Gesamtkonzpts mit dem Ziel weitere Beteiligte zu finden, evtl. exemplarischer Aufbau eines Fachforums (z.B. zur Diskussion des Gesamtkonzepts oder zu einem aktuellen fachspezifischen Thema)
- Kontaktaufnahme zu bisher nicht beteiligten Projekten, die in Baden-Württemberg im Sozial- und Gesundheitsbereich Internet-Angebote entwickeln. Suche nach Möglichkeiten, diese ins Ressourcen-Netzwerk einzubinden, sofern dies sinnvoll erscheint (Recherche durch studentische Hilfskräfte, Abfrage im Hochschulverbund, beim Sozialministerium, bei der Liga der freien Wohlfahrtspflege, ...) Erfassung dieser Projekte und der jeweils vorhandenen eigenen Ressourcen und benötigten Hilfen im Falle einer Kooperation. Wichtig ist hier derzeit vor allem die Suche im badischen Landesteil!
- Anpassung und Weiterentwicklung der Grundstrukturen für die Regionalen Verzeichnisse Sozialer Dienste. Ziel ist der flächendeckende Aufbau eines in seiner Gestaltung landesweit einheitlichen Informationsdienstes auf der Basis 'vernetzter regionaler Waben'. (Die Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden Württemberg e.V. unterstützt ausdrücklich das Konzept, bei der Datensammlung im Sozialbereich regional vorzugehen und hält risa für den richtigen Ansatz der landesweit eingesetzt werden kann.)
- Ausweitung des Arbeitsbündnisses und Entwicklung einer mittelfristig tragfähigen Struktur, die möglichst viele Akteure des Sozial- und Gesundheitsbereichs am Netzwerk direkt beteiligt.
- Abschätzung des Kostenrahmens, um bestehende Angebote effizient verknüpfen zu können und um noch fehlende Waben-Bausteine zu entwickeln. Erstellung eines umfassenden Finanzkonzeptes für die nächste Projektphase (EU-Mittel, Sponsoren,...).
- Sichtung von Multimedia-Projekten und Internet-Angeboten aus angrenzenden Bereichen mit dem Ziel zu prüfen, wie weit deren Ressourcen und know-how evtl. auch im Kontext des Ressourcen-Netzwerks genutzt werden können (z.B. anderen Projekten innerhalb des Innovationsforums Multimedia oder gewerkschaftliche Quellen zur Sozial- und Gesundheitspolitik). (Blick über den Tellerrand)
Exemplarische Entwicklung einzelner 'Wabenbausteine'
- Aspekt Bürgerservice
- Weiterentwicklung und Implementierung der Datenbank für das Regionale Verzeichnis Sozialer Dienste im Rahmen des Projekts 'risa - Regionale Informationsbörse Sozialer Arbeit im Internet' in der Region Stuttgart (zur dezentralen Datenerfassung und Pflege durch die Träger der Dienste liegt ein Konzept bereits vor) Aufbau der zugehörigen Navigationshilfen für ratsuchende Bürger
- Aspekt Fachinformation und Erfahrungsaustausch
- Aufbau und Pflege von einem oder mehreren Fachforen in der Regie unterschiedlicher Projektpartner (z.B. durch eine Hochschule, eine Weiterbildungseinrichtung, einen freien Träger der Wohlfahrtspflege, ...)
- Aspekte Fortbildung und Medienkompetenz
- Öffnung eines bereits konzipierten 'telelearning'-Seminars an einer Hochschule für Fachkräfte Sozialer Arbeit Sichtung vorhandener Materialien zu besonderen Qualifizierungsbausteine für Frauen und ggf. Weiterentwicklung zum sinnvollen Einsatz im Bereich Sozialer Fachkräfte Suche nach anderen geeigneten Qualifizierungsbausteinen zur Weiterentwicklung von Medienkompetenz
Die Aufzählung der 'Exemplarischen Wabenbausteine' kann zu diesem Zeitpunkt nicht abschließend sein, da alle potentiellen Projektpartner der Pilotphase die Möglichkeit haben sollen, ihre Ideen und Wünsche für solche Bausteine einzubringen.
Ansprechpersonen:
- Wolfgang Kirst, Caritasverband für Stuttgart e.V.,
- risa e.V. - 'Regionale Informationsbörse Sozialer Arbeit im Internet'
 Stand 16.02.1999 |