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Initiativkreis "
Soziale
Innovationen in der
Informationsgesellschaft"
Gemeinsame Erklärung
In Baden-Württemberg unternehmen Regierung, Wirtschaft und Wissenschaft neue Anstrengungen, um den Weg in die Informationsgesellschaft zu ebnen. Der Einsatz von Telekommunikations- und Multimediatechniken in der Arbeitswelt wird erhebliche Auswirkungen auf die Inhalte und die Organisation von Arbeit mit sich bringen. Die Arbeitswelt steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Einerseits sind zahlreiche vorhandene Arbeitsplätze bedroht, andererseits werden neue Beschäftigungschancen entstehen. Qualifikations- und Leistungsanforderungen verändern sich.
Als Trägerinnen und Träger des Initiativkreises stehen wir dem Weg in die Informationsgesellschaft grundsätzlich positiv gegenüber. Wir sehen darin große Chancen. Wir sehen aber deutliche Gefahren dann, wenn die öffentliche Diskussion auf die Themen Technik und Markt verkürzt bleibt. Unumgänglich sind soziale Innovationen für abhängige und selbständige Beschäftigungsformen. Erforderlich ist es, die Chancen zu ergreifen, die bei Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, zur Aufhebung von Isolierung beitragen können, und alles zu tun, um neue Formen der Ausgrenzung zu vermeiden.
Vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen mit tariflich geschützter Arbeit, mit ungeschützten prekären Arbeitsverhältnissen und mit Personen, die mit besonderen Zugangsbarrieren zum Arbeitsmarkt konfrontiert sind, sprechen wir uns energisch für einen offenen Dialog über die Chancen und Risiken der Informationsgesellschaft aus.
Unseres Erachtens müssen folgende Fragestellungen berücksichtigt werden:
- Wie sollen die Leitbilder der Arbeit und die Leitbilder für neues Lernen sowie für neue Bildungsinhalte in der Informationsgesellschaft aussehen?
- Wie finden arbeitsuchende Menschen, Langzeitarbeitslose ihre Chancen und ihren Zugang zu den neuen Online-Arbeitswelten?
- Wie finden Menschen, die sozialen, kulturellen, geistigen und körperlichen Zugangsbarrieren des Arbeitsmarktes ausgesetzt sind, ihren Platz in der Informationsgesellschaft?
- Wie lassen sich Rahmenbedingungen schaffen, die den Zugang in den offenen Arbeitsmarkt und zu den künftigen Arbeitsmärkten verbessern können?
- Wie vermeiden wir neue soziale Spaltungen und wie lassen sich regionale Ungleichgewichte zwischen Ballungsräumen und ländlichen Gegenden verhindern?
Die Unterzeichnenden wollen eine offensive Gestaltung der Informationsgesellschaft. Mit dem Initiativkreis soll das öffentliche Augenmerk verstärkt auf die Bedeutung sozialer Innovationen und diesbezüglicher Anwendungen gelenkt werden.
Der Initiativkreis will beispielhaft handeln und eine Zusammenschau vorhandener, vorbildlicher Ansätze erstellen. Er wird Pilotprojekte für soziale Innovationen anstoßen, dazu ermutigen, sie entwickeln und unterstützen helfen. Er will auch prüfen, inwieweit sich gerade auch die Infrastrukturen der Telekommunikationstechnik für solche Projekte nutzen lassen. Wir laden weitere Akteure und Personen zur Mitarbeit ein.
Unterzeichner/innen der Erklärung des Initiativkreises (Stand: 9.November 1998):
- Berufsbildungswerk Waiblingen
- Neue Arbeit Waiblingen gGmbH der Diakonie Stetten e.V.
- boje Beschäftigungsoffensive junger Erwachsener Waiblingen
- Balance Baden-Württemberg Berufliche Fort- und Weiterbildung für Frauen
- BEFF Berufliche Förderung von Frauen e.V.
- ,risa' Regionale Informationsbörse Sozialer Arbeit im Internet
- ridaf Reutlinger Initiative deutscher und ausländischer Familien e.V.
- Landesarbeitsgemeinschaft BaWü Eltern gegen Aussonderung von Kindern mit Behinderungen
- Paulinenpflege Winnenden e.V.
- Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH GWW Sindelfingen
- VIF Vereinigung für Ingenieure und Forschung e.V.
- Fachausschuß Multimedia Arbeitskreis Gesellschaft & Technik AKGuT VDE/VDI Stuttgart
- Projekt Soziales Lernen Diakonisches Werk Württemberg
- Stadtbibliothek Ulm
- Volkshochschule Ulm
- Familienbildungsstätte Ulm
- Deutsche Postgewerkschaft Bezirksverwaltung Stuttgart
- Industriegewerkschaft Medien Landesbezirk Baden-Württemberg
- Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen Landesbezirk Baden-Württemberg
- Fachgruppe Verlage der HBV Stuttgart
- CREATRON GmbH
- Talheimer Verlag, Medienberatung und Consulting GmbH
- Deutscher Gewerkschaftsbund Kreis Mittelbaden
- Evangelische Akademie Baden
- Arbeitskreis Wissenschaftsstadt und Regionalentwicklung WiR Ulm/Alb-Donau
- Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt Baden
- IKARUS Arbeit und Soziales Arbeitsloseninitiative e.V. Karlsruhe
- ARKUS Arbeits-Kultur-Selbsthilfe-gGmbH Heilbronn
- Caritasverband für Stuttgart e.V.
- ProTelCom Projektgruppe Tele-Communication e.V. Schwäbisch Hall
- ERB Evangelischer Rundfunkdienst Baden eGmbH
- Elektrotechnisches Zentrum / Elektro-Innung Stuttgart
- in(p)but integrative Beratung Unterstützung Lerntherapie für Kinder und Jugendliche
- Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation FhG-IAO Stuttgart
- WEK Werkstätten Esslingen-Kirchheim gGmbH
- Betriebsrat Argus Media GmbH Fellbach
- AG Ignis im AIN / DAG Landesverband Bayern und Baden-Württemberg
- Waldhaus e.V. Sozialpädagogische Einrichtungen der Jugendhilfe Hildrizhausen
- Eurotel GmbH New Media Herrenberg
- AIAK Akademische Initiative für Arbeit Karlsruhe e.V.
- LF.net GmbH Stuttgart
- "Virtuelle Bloch-Akademie"
sowie die Initiatoren des Kreises
- Evangelische Akademie Bad Boll/Stuttgart
- Forum Soziale Technikgestaltung beim DGB Landesbezirk Baden-Württemberg
unterstützt von
- Sozialministerium Baden-Württemberg
- Landesarbeitsamt Baden-Württemberg sowie
- MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg
 Stand 16.02.99 |